Personalthema Was tun bei Teamkonflikten?

In den meisten Unternehmen steht heute der Teamgedanke an oberster Stelle: „Gemeinsam sind wir stark“, das heißt: Jeder ist in seiner Rolle wichtig, und jeder Erfolg in erster Linie das Ergebnis guter Zusammenarbeit. Ein Ideal, das jedoch immer dann in Frage steht, wenn es zu Konflikten im Team kommt.

Arbeitskollegen beim Streit (Bild: picture alliance / Shotshop | Frank Gärtner)

In den meisten Teams kann es ab und an auch mal zum Streit kommen. (Bild: picture alliance / Shotshop | Frank Gärtner)

Konflikte treten vor allem auf, wenn Aufgaben, Ressourcen und Einflussmöglichkeiten ungleich verteilt sind. Entsprechende Wahrnehmungen können auf Defizite bei der Arbeitsorganisation hindeuten, resultieren aber weit häufiger aus dem subjektiven Empfinden von Betroffenen:

Sie beklagen einen Mangel an Aufmerksamkeit und Wertschätzung, vermissen eine angemessene Beteiligung und sehen sich zunehmend ablehnendem Verhalten ausgesetzt.

Schnell steht der Vorwurf des „Mobbing“ im Raum, der je nach Eskalationsstufe schwer zu klären ist und im ungünstigsten Fall die Aufhebung von Arbeitsverhältnissen nach sich zieht.

Vorbeugend ist es wichtig, mögliche Auslöser solcher „Negativspiralen“ zu kennen und zu unterscheiden. So hat die zeitweise Pflicht zum Homeoffice gezeigt, dass Mitarbeitende sehr verschieden auf die veränderten Verhältnisse reagierten: Während einige die gewonnenen Freiräume positiv schätzten und erfolgreich nutzten, überwog bei anderen die Irritation mit gesteigertem Bedürfnis nach Rückkopplung durch Kollegen und Vorgesetzte.

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Einstellungssache: Probleme machen nicht nur die „Anderen“

Führungskräften kommt an dieser Stelle eine herausgehobene Bedeutung zu, insofern der Prozess des innerlichen Rückzugs meist schon fortgeschritten und über kollegialen Austausch kaum mehr umzukehren ist. Der Wechsel der Perspektive gelingt aus der neutralen Position von Vorgesetzten heraus besser, und auch bestehende Handlungsoptionen können angemessener besprochen werden:

Sind es wirklich die „Anderen“, die Probleme bereiten, oder liegt stattdessen einfach eine persönliche Disposition vor, die sich besser eignet für Aufgaben mit mehr Selbständigkeit und höherer Eigenverantwortung?

Ein alltägliches Phänomen sind Teamkonflikte, die sich auf familiäre Spannungen, Beziehungskrisen, finanzielle Engpässe oder privaten Rechtsstreit zurückführen lassen. Auch Kränkungserfahrungen und Enttäuschungen aus früheren Beschäftigungen von Mitarbeitenden können Anlass sein, unverhältnismäßig auf bestimmte Situationen zu reagieren, auf Unverständnis zu stoßen und schließlich auf Distanz zu gehen – mit den bekannten Folgen:

  • Die soziale Interaktion lässt nach und wird oberflächlich, persönliche Erfolge finden weniger Resonanz, negative Empfindungen erfahren kein Korrektiv.
  • Es kommt zu Schlaf- und Antriebslosigkeit bei gleichzeitig stärkerem Stressempfinden, eine höhere Ausschüttung von Cortisol steigert das Risiko von Herz-/ Kreislauferkrankungen und Depressionen und mindert die Leistungsfähigkeit auf Arbeit.

Zu den genannten individuellen Faktoren treten Einflüsse bestimmter Altersgruppen:

  • So fehlen bei jüngeren Mitarbeitenden mitunter Lernerfahrungen im „analogen Miteinander“,
  • während ältere Beschäftigte ihr erworbenes Erfahrungswissen bedroht sehen vom technologischen wie auch gesellschaftlichen Wandel.

Dies alles aufzufangen wäre allerdings eine Überforderung von Geschäftsführung und Vorgesetzten, zumal diese wie viele Mitarbeitende auf Leitungsebene oft selbst mit den Auswirkungen von Isolation und Einsamkeit konfrontiert sind. Unterstützung und Entlastung bietet hier die externe Mitarbeiterberatung (Employee Assistance Program, EAP) von ICAS, bei der rund um die Uhr qualifizierte Psychologinnen und Psychologen am Telefon, bei Bedarf auch per Online-Chat oder für Gespräche vor Ort bereitstehen. Als arbeitgeberfinanzierte Dienstleistung erfolgen die individuellen Beratungen kostenfrei, anonym und absolut vertraulich.

Psychisch bedingten Beschwerden, dem Verlust von Produktivität und Fachkräften kann so mit einem geringen Investitionsaufwand sehr erfolgreich begegnet werden, weshalb auch in Deutschland kleine wie größere Unternehmen verstärkt auf entsprechende Angebote setzen.

 

Über die Person

Christian Weyer ist Senior Account Manager bei ICAS Schweiz. Er befasst sich seit vielen Jahren mit Themen der betrieblichen Prävention und betreut Personal- und Gesundheitsverantwortliche als Account Manager von ICAS, einem der international führenden EAP-Dienstleister für externe Mitarbeiterberatung. www.icas-eap.de, info(at)icas-eap.com

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