Personalfokus Zwei neue Personalberatungen, Gender Pay Gap geschrumpft, Entwicklung am Stellenmarkt und ausrangierte IT für Beschäftigte

Mit TROVA und den BOLD Executive Advisors gehen zwei neue Personalberatungen ins Rennen. Weitere Meldungen: Der Gender Pay Gap hat sich in der Coronakrise verkleinert, jedoch nicht überall. Im Dezember 2023 schrieben Unternehmen 19 Prozent weniger Stellen aus und fast jedes vierte Unternehmen verschenkt alte IT an ihre Mitarbeitenden.

Neugründung: TROVA Personal- und Managementberatung

V.l.n.r.: Babette Woldt, Merve Julius und Thomas Hladik. (Bild: TROVA)

Anfang Januar sind die langjährigen Managing Partner von Passion for People Babette Woldt, Merve Julius und Thomas Hladik mit ihrer neuen Firma TROVA Personal- und Managementberatung an den Markt gegangen. Alle drei sind erfahrene Personalberater mit hoher Branchen- und Prozesskenntnis.

Babette Woldt und Merve Julius sind wie bisher auch weiterhin auf den produzierenden, oftmals familiengeführten Mittelstand spezialisiert und besetzen alle Führungs- und Fachpositionen entlang der Wertschöpfungskette. Thomas Hladik bringt seine langjährige Expertise in der Besetzung von IT-Funktionen sowie von Positionen im Gesundheitssektor, insbesondere in der Arbeitsmedizin, ein.

Lesetipp: "Wir möchten Menschen gewinnen, die an unsere Vision glauben“

Daniel Nerlich (Bild: BOLD Executive Advisors)

Nach langjähriger Tätigkeit für eine große Personalberatung hat Daniel Nerlich, vielen auch als Herausgeber der CONSULTANT career lounge bekannt, eine eigene Beratungs-Boutique gegründet: Die BOLD Executive Advisors. Im Interview mit unserem Schwesterportal CONSULTING.de sprach er über seine Motive und Ziele, Berater als Zielgruppe und die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Consultants. Außerdem verrät er, was hinter dem Firmennamen steckt und welche Prioritäten er bei der Personalauswahl für sein Unternehmen setzt.

Zum Interview geht es hier.

Gender Pay Gap wurde in der Coronakrise kleiner - außer bei geringen Verdiensten 

2019 lag der mittlere Gender Pay Gap, der Jahresverdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, bei 36,2 Prozent. Die Verdienstlücke sank im Jahr 2020 um 1,2 Prozentpunkte auf 35 Prozent und 2021 auf 33,8 Prozent. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dabei verringerte sich der Gender Pay Gap vor allem bei mittleren und hohen Verdiensten. 

Für 80 Prozent der Beschäftigten mit mittleren und hohen Verdiensten wurde die Verdienstlücke kleiner, wohingegen sie sich für diejenigen mit sehr niedrigen Verdiensten vergrößerte. „Die Coronakrise hat zu starken Rückgängen bei den niedrigsten Verdiensten geführt“, berichtet IAB-Forscher Alexander Patt. Dabei gingen die mittleren Verdienste der untersten 10 Prozent der Frauen deutlicher zurück als die der Männer. Von 2019 auf 2021 ließ sich hier ein Zuwachs von 3,5 Prozentpunkten auf 37,3 Prozent beim Gender Pay Gap beobachten. Dieser Anstieg betrifft neben den untersten 10 Prozent der Vollzeitverdienste auch den überwiegenden Teil der Teilzeitbeschäftigten und etwa die untere Hälfte der Verdienste in Minijobs.  

Im Vergleich zu Männern weisen Frauen eine geringere Verbleibsrate in Vollzeitbeschäftigung und eine höhere Verbleibsrate in Teilzeitbeschäftigung sowie in Minijobs auf. „Der Gender Pay Gap hängt somit auch damit zusammen, dass Frauen eher als Männer in Arbeitsverhältnissen mit niedrigeren Arbeitszeiten tätig sind“, erklärt IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. „Auch verloren Beschäftigte mit sehr niedrigen Verdiensten häufiger als vor Corona ihre Anstellung. Im Fall von Minijobs konnten sie auch nicht von der Absicherung durch Kurzarbeit profitieren“, fügt Anna Houštecká, Postdoktorandin am Center for Economic Research and Graduate Education in Prag hinzu.  

Die Analyse basiert auf der Stichprobe der Erwerbsbiografien aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten für Personen in der Altersgruppe 25 bis 60 Jahre im Jahr 2019. Betrachtet wurden sowohl Unterschiede in der Bezahlung als auch Veränderungen in der Beschäftigung. 

Die Studie ist abrufbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2024/kb2024-01.pdf 

Einbruch am Stellenmarkt: Unternehmen suchten im Dezember 19 Prozent weniger Arbeitskräfte

Zum Jahresende ließ die positive Entwicklung am Stellenmarkt spürbar nach. Im Dezember 2023 schrieben die Arbeitgeber deutschlandweit nur rund 1,5 Millionen Stellen aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das Stellenangebot saisonbereinigt sogar um nahezu 19 Prozent gesunken. Besonders stark ging im selben Zeitraum die Anzahl der Jobs in der Industrie (minus 31 Prozent) und im Baugewerbe (minus 29 Prozent) zurück. Das Stellenangebot für lehrende und ausbildende Berufe verzeichnete hingegen ein Plus von 13 Prozent. Das sind die zentralen Ergebnisse des Index-Stellenmarktindikators, der seit August 2023 monatlich über die wichtigsten Entwicklungen am deutschen Stellenmarkt informiert und auf ausgeschriebenen Positionen in 137 Printmedien und 42 Online-Jobbörsen basiert.

Zum Jahreswechsel stagnierte die deutsche Wirtschaft. Dieser Negativtrend spiegelt sich auch im saisonbereinigten Stellenmarktindikator für Dezember 2023 wider, der mit 183,11 Punkten die Kennzahl von Dezember 2022 um rund 19 Prozent unterschreitet.  

Stellenmarkt entwickelt sich in einzelnen Branchen sehr unterschiedlich

Bei näherer Betrachtung der verschiedenen Branchenindizes zeigen sich unterschiedliche Tendenzen: Während das Stellenangebot in der Energiebranche deutlich zunahm (plus 12 Prozent), kam es in der Industrie (minus 31 Prozent) und im Baugewerbe (minus 29 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat zu erneuten Einbrüchen.

Anzahl der Jobangebote variiert je nach Berufsgruppe

Ähnlich wie bei der Branchenanalyse lassen sich auch bei den Berufsgruppen gegensätzliche Trends feststellen: Das Jobangebot für Vertriebler und Verkäufer (plus 9 Prozent) sowie für lehrende und ausbildende Berufe (plus 13 Prozent) verzeichneten im Dezember 2023 ein leichtes Plus. Im Gegensatz dazu fiel die Nachfrage nach Fahrzeugführer/-innen (minus 35 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich geringer aus.

 

Fast jedes vierte Unternehmen verschenkt ausrangierte IT an Beschäftigte 

Bei den Unternehmen in Deutschland gibt es eine hohe Bereitschaft, ausrangierten und noch funktionsfähigen Elektro- und IT-Geräten ein zweites Leben zu verschaffen – und anderen dabei eine Freude zu machen. Fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) verschenkt ausrangierte Monitore, Drucker, Webcams und Co. an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 13 Prozent geben Geräte nicht umsonst, aber vergünstigt an die Belegschaft ab.  Fast die Hälfte (43 Prozent) spendet Altgeräte an wohltätige Organisationen, etwa Initiativen oder Vereine für Schulen, Jugendprojekte oder Bedürftige. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen in Deutschland ab 20 Mitarbeitenden, die im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde.  

Demnach kombinieren die Unternehmen verschiedene Möglichkeiten der Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung. Eine Mehrheit von 69 Prozent entsorgt die Geräte fachgerecht, 22 Prozent lagern sie ein, um sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nutzen zu können. Auch schaffen nicht alle Unternehmen ihre IT oder Teile davon per Kauf an: 25 Prozent leasen Geräte und geben sie entsprechend an den Verleiher zurück. 9 Prozent verkaufen Geräte an spezialisierte Dienstleister zur Wiederaufbereitung, 6 Prozent bereiten Altgeräte intern wieder auf.  

„Die Herstellung von Elektro- und IT-Geräten benötigt viele Rohstoffe, Energie und Ressourcen. Werden sie länger genutzt, wirkt sich dies positiv auf ihren ökologischen Fußabdruck aus“, sagt Niklas Meyer-Breitkreutz, Bereichsleiter Nachhaltigkeit und Umwelt beim Bitkom. „Noch funktionsfähige Geräte sollten daher weitergegeben und wiederverwendet werden, defekte Geräte gehören fachgerecht entsorgt und recycelt.“ Daran halten sich fast alle Unternehmen in Deutschland: Lediglich 4 Prozent entsorgen ausrangierte Elektro- oder IT-Geräte mit dem üblichen Gewerbeabfall. 

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