Kolumne: „Selbstverwirklichung nur als Selbständige/r? Wie auch Angestellte Sinn, Erfüllung und Zufriedenheit im Job finden.“ Wie würde dein Leben aussehen, wenn sich in den nächsten zwei Jahren nichts ändert?

Dipl. Spoec. Conny Schumacher aus München hat in den letzten Monaten zahllose Menschen – von Firmeninhabern über Führungskräfte bis hin zu Sachbearbeitern – interviewt, um herauszufinden, was sich die Menschen wirklich wünschen und wo ihre größten Nöte, Herausforderungen und Unzufriedenheiten liegen. Herausgekommen sind einige hoch interessante Einblicke, was Menschen beschäftigt – und was wir DENKEN, das sie beschäftigt – die sie hier mit Ihnen teilen wird.

Blick durch Fernglas (Bild: picture alliance / Zoonar | Patrick Daxenbichler)

Beim Blick in die Zukunft schreckt einige der Gedanke ab, dass alles so ist wie heute. (Bild: picture alliance / Zoonar | Patrick Daxenbichler)

Heute: Wie würde dein Leben aussehen, wenn sich in den nächsten zwei Jahren nichts ändert?

Kurz zur Erinnerung: Mit den letzten Fragen haben wir gemeinsam mit unseren Interview-PartnerInnen herausgefunden, was sie am meisten stresst, was das für sie bedeutet, wie das ihr Leben beeinträchtigt, was sie schon versucht haben, um aus der Nummer herauszukommen – wir haben also genau erfasst, wo der Schmerz liegt, wie stark er ist und wie unglücklich und hilflos man ist.

Die heutige Kolumne ist kurz. Denn wenn ich zu dieser alles entscheidenden Frage:
Wie würde dein Leben aussehen, wenn sich in den nächsten zwei Jahren nichts ändert?“ komme, erhalte ich grundsätzlich eine von drei Reaktionen:

  1. Jemand lässt die Emotion zu und wagt sich wirklich mal an die Vorstellung heran, wie sein Leben in zwei oder mehr Jahren aussieht, wenn alles so bleibt wie bisher. Diese Menschen haben Tränen in den Augen, sie erstarren, können nichts sagen, verfallen in eine echte Hilflosigkeit – und können den Gedanken, wie ihr Leben aussieht, wenn sie NICHTS ändern, kaum ertragen. Man leidet förmlich mit ihnen.
  2. Diese Kategorie Menschen sagt: „So lange mache ich das nicht mit. Bis dahin habe ich längst eine Lösung gefunden.“ Sie sind also kämpferisch. Ich frage mich dann allerding immer, welche sie finden wollen – da alles, was sie bislang gemacht haben, ja offensichtlich nicht funktioniert hat. Aber wir sind ja Weltmeister darin, uns etwas vorzumachen und die Dinge zu verschieben.
  3. Und die dritte Variante ist diejenige, die antwortet: „Ach, naja, so schlimm ist es ja nicht. Klar, Spaß macht das nicht, aber man muss ja auch dankbar sein, für das was man hat.“

Bei dieser Antwort könnte ich dann immer laut schreien.

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Und diesen Menschen erzähle ich gerne folgende Geschichte:

Ein Hund lag im Garten und jaulte ganz fürchterlich. Der Nachbar ist genervt und fragt den Hundebesitzer: „Was hat dein Hund, dass er dauernd jault?“

„Ach“, sagt der Hundebesitzer „er liegt auf einem Nagel!“

„Warum steht er denn nicht auf und geht woanders hin?!“, fragt der Nachbar fassungslos.

„Es tut noch nicht weh genug!“

Sie werden nicht verwundert sein, wenn ich sage, 70 bis 80 Prozent meiner Interviewpartner antworten mit: „So schlimm ist es ja nicht“.

Und jetzt frage ich Sie: Wollen Sie mit einem Team arbeiten, das den Job irgendwie erträgt und dankbar ist, nicht auf der Straße zu sitzen? Was meinen Sie, können Sie mit so einer Einstellung, oder so einem Team irgendwo im Leben einen Blumentopf gewinnen?

80 Prozent der Bevölkerung benimmt sich wie der Hund auf dem Nagel. Es ist unfassbar traurig. Erklärt aber, wo unsere Gesellschaft steht: Gerne mal leiden und meckern, andere verantwortlich machen, seinen Frust an anderen auslassen, Dampf ablassen und sich die Sorgen von der Seele reden – aber wenn es drum geht, Verantwortung zu übernehmen und die Sache in die Hand zu nehmen – dann doch bitte nichts verändern, lieber aushalten, ertragen, dankbar sein (nichts gegen Dankbarkeit, aber so???), wegschauen, die Zähne zusammenbeißen, weitermachen – und bloß nicht hinsehen…

Hand aufs Herz: Zu welcher Kategorie Mensch gehören Sie?

PS: Die besten Chancen aus der Mühle auszusteigen haben übrigens die Menschen aus Kategorie 1. Die, die zulassen, einmal wirklich hinzusehen, und den Frust voll zu spüren. Dazu gehört so viel Mut. Doch das sind auch die Menschen, die dann aufwachen und entscheiden: „Das kann doch wirklich nicht alles gewesen sein…“ Die, die die Dinge in die Hand nehmen, Verantwortung übernehmen, sich auf den Weg machen – und einfach andere Ergebnisse für sich haben wollen.

In meiner Umfrage sind das acht bis zehn Prozent...

Die ersten vier Teile dieser Serie finden Sie hier zum Nachlesen:

Teil 1: Was ist Angestellten wirklich wichtig, was motiviert sie und macht sie glücklich?
Teil 2: WAS IST DIR IM LEBEN WICHTIG – und warum ist diese Frage wichtig für die Wirtschaft?
Teil 3: Was macht Ihnen schlaflose Nächte? Was beschäftigt und stresst Sie am meisten?
Teil 4: Was hast du bereits getan, um das Problem in den Griff zu bekommen?
 

Ich habe nach wie vor einige Zeitslots für Interview-InteressentInnen zur Verfügung. Wenn Sie selbst einmal erleben wollen, wie Sie sich fühlen und entscheiden würden – Sie sind eingeladen, mitzumachen!

Als Dankeschön für Ihre Zeit (30 min.) schenke ich Ihnen 30 min Free-Coaching zu einem Thema Ihrer Wahl. Buchen Sie einfach auf https://conny-schumacher.de Ihren kostenlosen Kennenlern-Termin.

 

Über die Person

„Go for your Dreams – The Art of Getting what You Want“
Die diplomierte Sportökonomin Conny Schumacher aus München überträgt seit mehr als 25 Jahren Erfolgsprinzipien aus Hirnforschung, Sport & Abenteuer auf die Wirtschaft und coacht vor allem UnternehmerInnen und Unternehmen zu mehr Zufriedenheit und Erfolg. Weitere Infos finden Sie unter https://conny-schumacher.de

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