Betriebliches Gesundheitsmanagement Rente mit 67? Nur mit mehr Gesundheitsprävention durch Unternehmen

In der Ära des Homeoffice braucht es einen neuen, ganzheitlichen Ansatz im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Davon ist Björn Lehnhoff überzeugt. Der CEO der DoctorBox GmbH beschreibt, warum Unternehmen neue Wege in der Prävention gehen sollten und wie diese gestaltet werden könnten.

digitales Arztgespräch (Bild: picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images | Bildagentur-online/Tetra-Images)

Eine moderne Option im betrieblichen Gesundheitsmanagement sind digitale medizinische Beratungsmöglichkeiten. (Bild: picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images | Bildagentur-online/Tetra-Images)

In einer Zeit, in der die Arbeitswelt durch eine signifikante Zunahme von Homeoffice- Arbeitsplätzen einem tiefgreifenden Wandel unterliegt, stehen wir vor neuen Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der psychischen Gesundheit der Beschäftigten. Die Flexibilität und potenziell verbesserte Work-Life-Balance, die das Arbeiten von zu Hause bietet, bringen auch ihre Schattenseiten mit sich: Isolation, erhöhter Stress und eine Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben sind nur einige der Belastungen, die zu einer erhöhten psychischen Beanspruchung führen.

Diese Entwicklungen machen deutlich, dass präventive Maßnahmen dringend erforderlich sind, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden zu schützen und zu fördern – unabhängig davon, ob sie im Büro, im Homeoffice oder in einem hybriden Modell tätig sind.

Zudem wirft die bevorstehende Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre weitere Fragen auf. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass viele Beschäftigte den Wunsch äußern, bereits vor dem Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze in den Ruhestand zu gehen, getrieben von der Sorge, die Anforderungen ihres Berufs bis dahin nicht mehr erfüllen zu können. Diese Bedenken werden durch die Herausforderungen, die mit der neuen Arbeitsrealität einhergehen, verstärkt.

Herausforderungen und Verantwortung in der neuen Arbeitswelt

Dabei ist es kurzfristig gedacht ist, allein auf staatliche Lösungen zu setzen. Vielmehr sind Unternehmen gefordert, ihre Anstrengungen im Bereich der Gesundheitsprävention zu verstärken. Derzeit bieten weniger als 30 Prozent der deutschen Unternehmen betriebliche Gesundheitsmaßnahmen an. Gründe hierfür sind unter anderem die fehlende gesetzliche Verpflichtung, Kostenüberlegungen und ein mangelndes Bewusstsein für die Vorteile dieser Maßnahmen. Zudem profitieren häufig nur bestimmte Mitarbeitergruppen von diesen Angeboten, während andere, wie gewerbliche Angestellte und Schichtarbeiter, oft vernachlässigt werden.

Die Corona-Pandemie hat die Situation weiter erschwert, indem sie die Umsetzung von Präsenzangeboten im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) limitierte. Die Priorisierung von Anforderungen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes hat dazu geführt, dass ganzheitliche Gesundheitskonzepte in den Hintergrund gerückt sind.

Um über alle Berufsgruppen hinweg Verbesserungen zu erzielen, ist es entscheidend, die Gesundheitsprävention zu demokratisieren und allen Beschäftigten zugänglich zu machen.

Eine umfassend konzipierte Gesundheitsprävention bietet nicht nur verbesserte Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung, sondern steigert auch die Arbeitssicherheit, reduziert Stress und erhöht die Produktivität. Langfristig profitieren davon sowohl die Arbeitnehmenden als auch die Unternehmen durch zufriedenere Mitarbeitende und ein verbessertes Betriebsklima.

Betriebliches Gesundheitsmanagement neu gedacht

DoctorBox hat ein hybrides Präventions-Modell entwickelt, das traditionelle Programme um digitale Elemente erweitert, wie regelmäßige Health-Checks, digitale medizinische Beratung und hochwertige Heimtests, zugänglich für alle – unabhängig vom Arbeitsort. Alle Gesundheitsinformationen und Angebote werden in der DoctorBox App zentralisiert, was eine enge Verknüpfung mit der medizinischen Versorgung ermöglicht. So können Mitarbeitende ihre Gesundheitsdaten mit ihren Ärzten teilen und gemeinsam Vorsorgepläne entwickeln.

In Zukunft wird die Integration von BGM in die medizinische Betreuung zunehmend wichtiger. Vor dem Hintergrund eines Ärztemangels und des steigenden Renteneintrittsalters werden präventive Maßnahmen und die Eigenverantwortung für die Gesundheit zentrale Säulen eines gesunden Arbeitslebens.

Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle, indem sie ihre Beschäftigten unterstützen, nicht nur gesünder zu leben, sondern auch länger und produktiver im Beruf tätig zu sein.

Die Notwendigkeit eines umfassenden und inklusiven Ansatzes im betrieblichen Gesundheitsmanagement ist offensichtlich. Es ist an der Zeit, BGM neu zu denken und Maßnahmen zu ergreifen, die allen Beschäftigten zugutekommen und sie auf ihrem Weg zu einem gesunden und erfüllten Arbeitsleben unterstützen.

Jetzt den PERSONALintern-Newsletter abonnieren

Personalveränderungen +++ Fachbeiträge +++ Termine +++ Stellenangebote
Wir beliefern wöchentlich mehr als 9.000 Abonnenten

 

Über die Person

Björn Lehnhoff ist CEO der DoctorBox GmbH, einem führenden Gesundheitsmarktplatz in Europa. Seine treibende Motivation ist es, Hindernisse im Gesundheitswesen zu überwinden. Sein zentrales Anliegen: Gesundheitsdaten so zugänglich zu machen, dass sie die gesamte Gesundheits- Journey verbessern und die medizinische Versorgung optimieren können.  

Kommentare:

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel. Machen Sie gerne den Anfang!


Bitte loggen Sie sich ein, um zu kommentieren:

Bitte warten, Verarbeitung läuft ...