Personalthema Trockenes Auge, Mausarm und Rückenschmerzen: Macht die Arbeit am Bildschirm uns krank?

Die Arbeit am Bildschirm ist von vielen Berufen nicht wegzudenken, etwa jeder Zweite arbeitet regelmäßig am PC. Doch das kann auf Dauer zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Wie können Unternehmen dem entgegenwirken?

Frau arbeitet am Schreibtisch (Bild: picture alliance / Westend61 | Roger Richter)

Arbeit am Schreibtisch und PC kann körperliche Probleme mit sich bringen. (Bild: picture alliance / Westend61 | Roger Richter)

Schreibtischarbeit belastet Augen, Rücken, Arme, denn der Mensch ist nicht dazu gemacht viele Stunden am Tag auf einen Bildschirm zu starren, ohne sich zu bewegen. Jede fünfte Berufsunfähigkeit (Morgen & Morgen 2022) und jede fünfte Krankschreibung (Gesundheitsreport, Techniker Krankenkasse 2022) lassen sich auf eine Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparates zurückführen. Eine häufige Ursache für diese Erkrankungen liegt in der dauernden Arbeit an Bildschirmarbeitsplätzen, denn jeder zweite Beschäftigte arbeitet quer durch alle Branchen an einem Computerarbeitsplatz (Digital Office Index, Bitkom 2018)

Grund genug sich mit der Frage zu beschäftigen, was getan werden muss, damit das Büro die Menschen nicht krank macht.

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Das Arbeitsschutzgesetz – Was sagt der Gesetzgeber?

Unternehmen müssen ihren Beschäftigten im Abstand von höchstens drei Jahren eine Vorsorgeuntersuchung für Bildschirmarbeitsplätze anbieten. Die Beschäftigten sind nicht verpflichtet sich untersuchen zu lassen, aber Arbeitsmediziner raten wegen der hohen Anzahl von Krankheiten, die zum Teil durch die dauerhafte Arbeit am Computer verursacht werden, zur regelmäßigen Untersuchung. Ein umfangreicher Sehtest steht im Fokus der Untersuchung, denn die Untersuchung zielt darauf ab, zu beurteilen, ob eine Bildschirmarbeitsplatzbrille nötig ist. Unternehmen müssen ihren Beschäftigten im erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen für ihre Arbeit am Computer finanzieren. Dies gilt, wenn die ärztliche Untersuchung zu dem Ergebnis kommt, dass eine Bildschirmarbeitsplatzbrille notwendig ist und normale Sehhilfen nicht geeignet sind.

Was haben die Augen mit dem Rücken zu tun?

Die Arbeit am Computer fordert unsere Augen und kann zu Ermüdungserscheinungen, Augenbeschwerden wie Flimmern oder Tränen, Kopf- und Nackenschmerzen führen. Der Blickwechsel zwischen Computerbildschirm, Schriftstücken und dem Blick in den Raum ist eine große Herausforderung für die Augen. Mit zunehmendem Alter fällt die natürliche Anpassung des Auges an unterschiedliche Blickdistanzen schwer. Dies wird nicht selten durch eine ungünstige Kopf- und Körperhaltung kompensiert, welche dann die beschriebenen Beschwerden begünstigt. Durch eine Brille, die mit sogenannten Raumkomfortgläsern ausgestattet ist, wird eine natürliche Kopf- und Körperhaltung, sowie gutes Sehen in den Hauptarbeitsentfernungen ermöglicht.

Was beinhaltet die Pflichtunterweisung für Bildschirmarbeitsplätze?

Einmal im Jahr muss jedes Unternehmen seine Beschäftigten darüber aufklären, wie sie ihren Bildschirmarbeitsplatz sinnvoll und ergonomisch einrichten. Auch dies ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz, denn Unternehmen sind dazu verpflichtet, ihre Angestellten vor Erkrankungen zu schützen. In der Unterweisung wird z. B. erklärt, wie eine ergonomische Sitzposition hergestellt werden kann, welche Rolle die Bewegung am Arbeitsplatz spielt und welche Maßnahmen gegen die Ermüdung der Augen helfen. Die Pflichtunterweisung kann digital erfolgen, sofern der didaktische Aufbau die Verarbeitung der relevanten Informationen sicherstellt und eine Wissenskontrolle beinhaltet.

Was leistet Ergonomieberatung?

Viele Unternehmen gehen im Arbeitsschutz über das hinaus, was der Gesetzgeber vorschreibt. Sinnvoll sind Angebote im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die sich nicht nur mit der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen, sondern auch mit dem Thema Bewegung am Schreibtisch beschäftigen. Vorträge und Unterweisungen leisten einen guten Beitrag, noch besser sind allerdings Verhaltenstrainings. Wer übt, durch regelmäßige Routinen Bewegung an den Arbeitsplatz zu bringen, schützt sich effektiv vor Beschwerden. Probieren Sie es gerne selbst und stellen Sie sich stündlich einen Wecker: Stehen Sie auf, um ein paar Schritte zu gehen, kreisen Sie die Arme oder arbeiten Sie eine Zeit im Stehen. Bewegen Sie sich regelmäßig, egal wie, Hauptsache nicht immer nur Sitzen!

Haben Sie Ihren Beschäftigten in den letzten 3 Jahren diese Untersuchung angeboten? Falls nicht, dann sollten Sie Ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen. SMARTmedSolutions bietet die Vorsorgeuntersuchung für Firmen an. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren.

 

Über die Person

Dr. Anke Müller-Peters ist Geschäftsführende Gesellschafterin des arbeitsmedizinischen Dienstes SMARTmedSolutions mit Sitz in Köln und Berlin. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln sowie Geschäftsführerin mehrerer Dienstleistungsunternehmen im Bereich Personal und Marktforschung, sowie Dozentin für Wirtschaft und Psychologie an verschiedenen Hochschulen. Ihr Ziel sind gute Lösungen für eine gesunde Arbeitswelt, in der Menschen gerne arbeiten.

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