Personalfokus IAB-Arbeitsmarktbarometer stabilisiert sich und weitere HR-News

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer fängt sich im Juli und liegt nach einem minimalen Rückgang nun bei 101,0 Punkten. Durch die Studie „Arbeiten nach der Corona-Pandemie – Ein Jahr danach“ gibt es neue Erkenntnisse über die Entwicklungen des hybriden Arbeitens in Deutschland. Außerdem fordert der Deutsche Mittelstands-Bund eine Aufklärungsoffensive in den Schulen zum zukünftigen Berufsleben und die time4you GmbH wurde mit dem Titel „Arbeitgeber der Zukunft“ ausgezeichnet.

Personalfokus

IAB-Arbeitsmarktbarometer stabilisiert sich

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer fängt sich im Juli und liegt nach einem minimalen Rückgang von 0,1 Punkten im Vergleich zum Vormonat nun bei 101,0 Punkten. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verbleibt damit weiterhin über der neutralen Marke von 100. Das europäische Barometer geht demgegenüber weiter zurück und liegt im Juli bei 100,6 Punkten, ein Rückgang um 0,5 Punkte gegenüber dem Juni.

Infolge der Energiekrise hat sich die Arbeitsmarktentwicklung abgeschwächt. Aber die Talsohle bei den Aussichten für die weitere Arbeitsmarktentwicklung könnte jetzt erreicht sein

, berichtet Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung des IAB-Arbeitsmarktbarometers sinkt im Juli geringfügig um 0,1 Punkte. Sie verbleibt mit 104,0 Punkten aber auf hohem Niveau und zeigt weiterhin eine Zunahme der Beschäftigung an.

Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit bleibt nach vier Rückgängen in Folge im Juli bei 98,0 Punkten konstant, das heißt, es wird weiter eine ungünstige Entwicklung erwartet. Die Jobchancen von Arbeitslosen bleiben deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Weber befürchtet, dass sich die Arbeitslosigkeit verfestigt: „Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist auch bei hohem Arbeitskräftebedarf kein Selbstläufer. Wir müssen weiter auf Investitionen in individuelle Betreuung, Vermittlung und Qualifizierung setzen.“ Das European Labour Market Barometer liegt nach einem Minus von 0,5 Punkten im Juli bei 100,6 Punkten und damit nur noch knapp über der neutralen Marke von 100 Punkten.

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„Arbeiten nach der Corona-Pandemie – Ein Jahr danach“

Die in Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO entstandene Studie „Arbeiten nach der Corona-Pandemie – Ein Jahr danach“ zeigt die Entwicklungen des hybriden Arbeitens in Deutschland. Knapp 400 deutsche Unternehmen und Organisationen wurden befragt, wie das „New Normal“ der Arbeitswelt für sie und ihre Beschäftigten nach der Corona-Pandemie aussieht.

Wie gestalten deutsche Unternehmen die Rahmenbedingungen des Arbeitens und mit welchen Maßnahmen gewährleisten sie die Produktivität und den Zusammenhalt im Unternehmen ein Jahr nach der Pandemie? Hinsichtlich der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen des „New Normal“ sagt Kai H. Helfritz, Mitglied der Geschäftsführung bei der DGFP:

Die Studie zeigt, dass sich beim mobilen Arbeiten nicht mehr die Frage nach dem 'Ob', sondern nur noch die Frage nach dem 'Wie' stellt. Hybrides Arbeiten ist zum Standard geworden. Aus Sicht von HR ist das eine gute Entwicklung, weil die Möglichkeit des ortsflexiblen Arbeitens für viele Menschen ein entscheidendes Kriterium bei der Jobauswahl bildet und der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt an Attraktivität gewinnt.

Wie weit das „New Normal“ in den Unternehmen angekommen ist, zeigen die Ergebnisse der Studie:

  • Hybrides Arbeiten ist in deutschen Unternehmen mittlerweile Standard – nur bei weniger als einem Prozent der Befragten ist mobiles Arbeiten nicht möglich.
  • Bei fast einem Drittel der Befragten gibt es keine Anwesenheitsquoten im Büro mehr. 
  • Flexible Büroorganisation und Einsparungen von Büroflächen werden selbstverständlicher.
  • Über 80 Prozent der Unternehmen haben Betriebsvereinbarungen getroffen, in denen die Rahmenbedingungen für das mobile beziehungsweise hybride Arbeiten festgelegt sind.
  • Immer öfter ist sogar das mobile Arbeiten im EU-Ausland geregelt.

In Bezug auf die Folgeerscheinungen der hybriden Arbeitsformen zeichnen sich für die Studienleiterin, Dr. Josephine Hofmann (Fraunhofer IAO), jedoch auch negative Entwicklungslinien ab: „Auf der einen Seite belegt die Studie, dass die hybride Arbeitswelt Schwierigkeiten bei der Integration, Vernetzung und dem Wissensaustausch von Mitarbeitenden mit sich bringt. Auf der anderen Seite sehen wir, dass sowohl die Innovations- als auch Produktionskraft davon bisher unberührt bleiben. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Unternehmen, sich noch stärker mit ihrer Rolle als ‚sozialem Ort' auseinanderzusetzen und die Fragen der Betriebsgemeinschaft und Identitätsstiftung zu klären, um eine langfristige Bindung und gemeinsame Innovationsfähigkeit sicherzustellen.“

DBE fordert Aufklärungsoffensive

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) fordert eine Aufklärungsoffensive in den Schulen, damit junge Menschen eine solide Vorstellung von ihrem zukünftigen Berufsleben bekommen. Zum Start des Ausbildungsjahres 2023 am 1. August bleiben zahlreiche Ausbildungsplätze im Mittelstand unbesetzt. Ein drängendes Problem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können.

Mit Blick auf den diesjährigen Ausbildungsstart klagen viele KMU in Deutschland darüber, dass immer mehr Ausbildungsplätze in ihren Unternehmen nicht besetzt werden können, zudem erreicht die Anzahl der Ausbildungsabbrüche eine alarmierende Größenordnung. Jungen Menschen fehlt es häufig an einer realistischen Berufsvorstellung mit der Folge, dass der Anteil in der Gruppe der 20- bis 34-Jährigen ohne eine Berufsausbildung stetig zunimmt und laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Jahr 2021 bereits bei 17,8 Prozent lag. Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB, dazu: „Das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland hängt in erster Linie mit den großen Schwierigkeiten für Unternehmen zusammen, überhaupt ausbildungsbereite und ausbildungsfähige Berufseinsteiger zu finden. Es mangelt schlichtweg an einer ausreichenden Bewerberanzahl, da viele junge Menschen auch mitunter veränderte Vorstellungen von ihrem zukünftigen Berufsleben haben. Zudem wird häufig unterschätzt, wie viel Zeit und Geld Unternehmen in die Ausbildung investieren müssen, um später gute Fachkräfte zu haben.“

Dabei mangelt es oft nicht an der Kompromissbereitschaft der KMU. Tenbieg dazu:

Wir erfahren immer wieder, dass Betriebe in Sachen Schulabschluss oder Noten, dem Alter oder auch ggf. sprachlicher Probleme durchaus bereit sind, Abstriche zu machen. Dennoch ist der Zulauf an Kandidatinnen und Kandidaten für die Ausbildungsplätze vielerorts zu gering. Hinzu kommen strukturelle Probleme in der praxisorientierten Schulausbildung.

time4you ist Arbeitgeber der Zukunft

Die Karlsruher time4you GmbH wurde mit dem Titel „Arbeitgeber der Zukunft“ ausgezeichnet. Für das Business Magazin DUP UNTERNEHMER und das Deutsche Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung DIND gehört die time4you damit zu den Aushängeschildern des deutschen Mittelstandes. time4you hatte dafür die mehrstufigen Analyse-Prozesse erfolgreich durchlaufen und mit seinen Best Practices überzeugt.

„Das ist eine große Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit und Bestätigung unserer langfristigen Strategie, die für die Überzeugung vieler Mittelständler steht. Wertschätzendes Miteinander, Leistungsbereitschaft und soziale Verantwortung, vorausschauendes Agieren und Transparenz im Arbeitsprozess mit gemeinsamen Zielen. In den knapp 25 Jahren am Markt haben wir als IT-Company und Pionier der E-Learning-Branche in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle nicht nur bei den Technologien und Innovationszyklen einnehmen können, sondern auch bei den Themen Remote Arbeiten, Vereinbarkeit von Familie und Arbeit, arbeitnehmerfreundliche Rahmenbedingungen, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung als Arbeitgeber der Zukunft!“, so Beate Bruns, Geschäftsführerin der time4you GmbH.

Das Deutsche Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIND) bietet gemeinsam mit dem DUP UNTERNEHMER-Magazin zukunftsfähigen Unternehmen mehr Sichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Schirmherrin der Initiative ist DUP UNTERNEHMER Herausgeberin, Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a.D. Der Initiative ist ein Anliegen, den Mittelstand in Deutschland zu unterstützen und diesem mit dem Siegel Arbeitgeber der Zukunft die Möglichkeit zu geben, im Wettbewerb um wertvolle Arbeitskräfte positiv in Erscheinung zu treten.

 

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