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Führung Special - Kolumne von Christoph Hauke Führung in Zeiten von KI

Was kann Künstliche Intelligenz leisten, um Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen? Mit dieser Frage setzt sich Christoph Hauke in seiner aktuellen Kolumne auseinander und kommt zum Schluss: KI kann das Zwischenmenschliche nicht ersetzen, ihm aber wieder mehr Raum verschaffen.

Führungskräfte sollten KI als Partner betrachten, der das Beste aus ihnen herausholen kann, findet Christoph Hauke (Bild: picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach).
Da wird nun die künstliche Intelligenz über kurz oder lang Einzug halten. Und man fragt sich: Was kann die KI alles tun, um uns im Führungsalltag zu unterstützen? Stellen wir uns vor, ein Avatar der Führungskraft führt das Kritikgespräch. Da sitzt also der digitale Zwilling, stets freundlich, unermüdlich und emotionslos. Ein Avatar, der mit ruhiger Stimme sagt: „Liebes Teammitglied, hier gibt es Verbesserungspotenzial."

Kein roter Kopf, kein unglücklicher Tonfall – nur klare Worte.

Man mag denken, das sei effizient und sicher, der Avatar wird nie laut, nie wütend, nie unsicher. Aber wo bleibt da das Menschliche? Kritik ist nicht nur eine Ansage, sondern auch ein Ausdruck des Verständnisses. Wenn der Bildschirm erlischt, bleibt dann nicht ein kaltes Vakuum zurück?

Doch die KI kann auch anderes. Wie oft bleibt ein Lob im hektischen Alltag auf der Strecke? Die KI könnte sich dieser Aufgabe annehmen und regelmäßig wohlwollende Nachrichten an unsere fleißigen Mitarbeitenden senden. Stellen Sie sich vor, Sie öffnen morgens Ihre E-Mails und finden eine Nachricht: „Liebe Frau Müller, Ihre Arbeit in den letzten Wochen war hervorragend. Weiter so!" – signiert von Ihrem digitalen Chef.

Vielleicht klingt das erst einmal befremdlich, aber ist es nicht besser als gar keine Anerkennung?

Schließlich wäre da noch die individuelle Förderung. Die KI, die unermüdlich Daten sammelt und analysiert, könnte für jeden Mitarbeitenden maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote vorschlagen. „Herr Schmidt, wie wäre es mit einem Kurs in Projektmanagement? Ich sehe hier großes Potenzial."

Und Herr Schmidt kann sich sicher sein, dass der Vorschlag nicht aus einer Laune heraus entstanden ist, sondern auf fundierten Analysen beruht. Natürlich bleibt die Frage: Kann die KI die menschliche Empathie und das Verständnis ersetzen? Sicherlich nicht. Aber als Unterstützung, als Ergänzung im stressigen Alltag, kann sie uns helfen, wieder mehr Raum für das Zwischenmenschliche zu schaffen.

Vielleicht ist die KI also nicht unser neuer Chef, sondern vielmehr ein Kollege, der uns hilft, das Beste aus uns herauszuholen – und das ist doch gar keine schlechte Aussicht.

Mein Vorschlag in diesem Sinne: Lassen Sie uns die Vorteile der KI nutzen, aber die Menschlichkeit nicht vergessen. Denn am Ende des Tages wollen wir doch alle nicht nur gut geführt, sondern auch verstanden und geschätzt werden – von echten Menschen.

 

Über die Person

Christoph Hauke ist Redner, Impulsgeber, Ratgeber und Mentor mit 20+ Jahren Führungserfahrung. Er zeigt, wie generative KI die Führung auf vielfältige Weise revolutionieren wird.

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