Personalthema Fischer digitalisiert seine HR-Abteilung, über sieben Millionen Stellen im ersten Halbjahr ausgeschrieben und HR ist reif für die Disruption durch KI

Die Unternehmensgruppe Fischer setzt auf Digitalisierung und verwendet im Bereich HR nun eine neue Software statt Papierakten. Zudem wurden im ersten Halbjahr deutschlandweit bereits fast 7,3 Millionen Stellen ausgeschrieben und eine neue Studie zeigt, dass Führungskräfte in Künstlicher Intelligenz großes Potenzial sehen.

HR-Abteilung (Bild: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose)

HR-Abteilungen sind aktuell gut beschäftigt. Immer mehr Unternehmen setzen dabei auf eine Digitalisierung ihrer HR-Arbeit. (Bild: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose) 

Fischer digitalisiert seine HR-Abteilung

Die Unternehmensgruppe Fischer setzt im Bereich HR auf Digitalisierung. Dort wurden die Papierakten abgeschafft, wie das CIO-Magazin berichtete. Stattdessen verwendet Fischer im Bereich HR nun die Software Centric Employee File von Centric Germany. Auf diese Weise wurden 2.700 Papierdokumente in E-Akten importiert.

Entscheidungsgrundlage für die Software sei die Tatsache gewesen, dass Fischer mit SAP arbeitet. „Centric bietet ein umfassendes modulares Lösungsportfolio, das sowohl in SAP HCM als auch in SAP Successfactors lauffähig ist“, erläutert Edo Harms, Abteilungsleiter Entgeltabrechnung der Fischerwerke, gegenüber dem CIO-Magazin. „Damit haben wir vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Ausbau unserer Personalprozesse und bleiben auch technologisch flexibel.“

Außerdem würden sich Dokumente mit SAP-Anwendungen automatisiert erstellen und in die digitale Personalakte überführen lassen. Dies vereinfacht unter anderem das Erstellen von Arbeitszeugnissen. Diese Funktionen will Fischer mithilfe von Centric Document Builder und des Zeugnis-Generators integrieren.  Mitarbeiter aus dem HR-Bereich und Führungskräfte haben hier Zugriff auf die digitalen Personalunterlagen. Und das ohne Sicherheitsrisiken. Die digitalen Unterlagen können an andere interne Nutzer ausgeliehen werden, wobei es immer nachvollziehbar ist, wo sich die Informationen befinden. Ein weiterer Vorteil sei, dass sich die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung vollständig und mit geringerem Aufwand einhalten lassen. Dafür sorgen hinterlegte Löschfristen, in Verbindung mit dezidierten Zugriffsrechten auf Dokumentenebene und revisionssicheren Abläufen.

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HR-Abteilungen schreiben im ersten Halbjahr fast 7,3 Millionen Stellen aus

Von Januar bis Juni 2023 haben Arbeitgeber deutschlandweit fast 7,3 Millionen Stellen ausgeschrieben. Der Handel schaltete mit nahezu 892.000 Positionen die meisten Jobangebote. Personaldienstleistungen veröffentlichten insgesamt rund 2,6 Millionen Stellenangebote.

Am häufigsten gesucht wurden Handwerker und Bauarbeiter, sie konnten sich auf fast 1,5 Millionen Stellen bewerben.

Regional gesehen gab es in Nordrhein-Westfalen das größte Stellenangebot (über 1,4 Millionen Positionen). Im Städteranking führt Berlin mit rund 469.000 inserierten Jobs. Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Stellenmarkt-Auswertung der Berliner Personalmarktforschung Index Research. Quellenbasis war Index Anzeigendaten, die größte Stellenanzeigen-Datenbank Europas.

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen suchen händeringend Mitarbeiter: Zwischen Januar und Juni 2023 konnten sich Arbeitnehmer in Deutschland auf fast 7,3 Millionen Stellen bewerben. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022, als rund 6,5 Millionen Stellen ausgeschrieben wurden. Im Corona-Jahr 2021 lag das Jobangebot im gleichen Zeitraum bei etwa 4,7 Millionen Positionen.

Branchen und Berufe mit den besten Jobaussichten

Deutschlandweit schaltete im ersten Halbjahr 2023 der Handel mit fast 892.000 Positionen die meisten Stellen, gefolgt von der Industrie (über 821.000 Positionen) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (mehr als 634.000 Positionen). Den mit Abstand stärksten Anstieg des Jobangebots im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete der Energiesektor (plus 20 Prozent).

Einen besonders hohen Stellenwert bei der Mitarbeitersuche haben mittlerweile auch Personaldienstleistungen. Im ersten Halbjahr schrieben sie für sich selbst und Kundenunternehmen fast 2,6 Millionen Stellen aus. Im Recruiting gilt die Faustregel: Je schwerer eine Stelle zu besetzen ist, desto eher arbeiten Firmen mit einem externen Dienstleister zusammen.

Mit Blick auf die Berufsbilder richteten sich von Januar bis Juni dieses Jahres die meisten Stellenangebote an diese Fachkräfte: Bauarbeiter und Handwerker (fast 1,5 Millionen Positionen), Technik-Experten wie Ingenieure und Architekten (nahezu 1,2 Million Positionen) und Vertriebler (rund 986.000 Positionen).

Regionen mit dem größten Personalbedarf

Die meisten freien Stellen gab es zwischen Januar und Juni dieses Jahres in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (über 1,4 Millionen Positionen), Bayern (fast 1,3 Millionen Positionen) und Baden-Württemberg (nahezu 1,1 Millionen Positionen). Im Städteranking lag Berlin (fast 469.000 Positionen) an der Spitze, deutlich vor München (rund 273.000 Positionen) und Hamburg (nahezu 269.000 Positionen).

Der Personalengpass nahm auch im ersten Halbjahr 2023 deutlich zu. Viele Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber mittlerweile aussuchen. Unternehmen müssen sich daher mit Employer Branding und Personalmarketing bestmöglich in Szene setzen!

, betont Jürgen Grenz, CEO der index Gruppe.

HR ist reif für die Disruption durch KI 

Die wirtschaftlichen Bedingungen für Unternehmen sind weiter schwierig. Dennoch sehen Führungskräfte in Künstlicher Intelligenz und Automatisierung ein großes Potenzial, das Personalwesen zu modernisieren und Unternehmen effizienter zu machen.

Bei allem technischen Fortschritt darf die menschliche Komponente in Personalabteilungen jedoch nicht verloren gehen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Personio, Europas führendem HR-Softwareanbieter für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), bei der 1.000 HR-Managerinnen und Manager und 500 C-Level-Führungskräfte aus Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitenden aus der DACH-Region befragt wurden. 64 % des C-Levels geben an, dass ihr Unternehmen effizienter und produktiver werden muss. Zwei Drittel (67 %) glauben, dass KI und Automatisierung genau dieses Potenzial haben.

Drei von fünf der befragten Führungskräfte (60 %) wollen in den nächsten fünf Jahren verstärkt KI und Automatisierung in ihre Personalabteilung integrieren. Angesichts der jüngsten technologischen Fortschritte bei der generativen KI wie Chat GPT glauben 58 Prozent sogar, dass KI die Personalabteilung in Zukunft ersetzen kann.

KI unterstützt die HR-Abteilungen – sie ersetzt sie nicht

Allzu pauschale Aussagen über die Zukunft von Personalabteilungen lassen sich als ein Hinweis darauf verstehen, dass das C-Level die Bedeutung und den Wert von HR-Abteilungen falsch einschätzt. Diese Schlussfolgerung legt die Studie nahe: Denn mehr als die Hälfte (55 %) der Führungskräfte gibt zu, dass sie gerne besser verstehen würde, was ihr HR-Team eigentlich macht.

Ross Seychell, Chief People Officer bei Personio, kommentiert: „Aufstrebende Technologien wie generative KI-Tools haben das Potenzial, Arbeitsplätze zu revolutionieren, und die Personalabteilung ist davon nicht ausgenommen. In diesem Zusammenhang steht die Frage im Raum, ob HR eines Tages durch KI ersetzt wird? Ich glaube keinesfalls. Die Sichtweise der Führungskräfte mit dieser These greift zu kurz. Vielmehr können wir davon ausgehen, dass KI die Bedeutung der Personalabteilung erhöht. Mithilfe von KI haben HR-Teams mehr Ressourcen, sich auf geschäftskritische Themen wie den Aufbau einer positiven und modernen Unternehmenskultur oder Initiativen für die Mitarbeiterbindung zu konzentrieren."

HR hilft beim Erreichen wichtiger Unternehmensziele

Nicht nur das C-Level sagt den Anstieg von KI und Automatisierung in der Personalabteilung voraus. Auch die Personalverantwortlichen selbst erkennen eine immer wichtigere Rolle digitaler Tools wie KI und Automatisierung bei der Entwicklung der Personalarbeit. Gleichzeitig sind sich viele unsicher, was dies für die Zukunft bedeutet. Knapp 70 % befürchten einen Jobverlust, wenn mehr HR-Aufgaben automatisiert werden.

Die gute Nachricht:

66 Prozent der Führungskräfte sagen, dass die Personalabteilung in Zukunft für das Unternehmen wichtiger wird. Es gibt eine klare Perspektive für HR-Abteilungen, KI und Automatisierung zu nutzen, um Zeit für die Umsetzung von langfristigen Zielen zu gewinnen. Davon sind 80 Prozent der HR-Verantwortlichen überzeugt.

Seychell fasst zusammen: „In Gesprächen mit Führungskräften hören wir immer wieder, dass die Personalabteilung in Zukunft nicht weniger, sondern nur noch wichtiger wird. Aber trotz dieser Tatsache und der Bedeutung der HR-Funktion in den letzten turbulenten Jahren geben sie auch zu, dass sie nicht ganz verstehen, wo die Rolle von Personalern beginnt und wo sie endet. Diese Herausforderung müssen wir adressieren. HR-Teams können ihr Potenzial nur dann voll ausschöpfen, wenn sie weiterhin direkt mit dem C-Level zusammenarbeiten und in die Unternehmensstrategie eingebunden werden. So können sie aufzeigen, welchen Nutzen HR für das Unternehmen bringt. In der Zwischenzeit müssen die Führungskräfte den realen Wert von Personalabteilungen verstehen - schließlich sind die Mitarbeitenden die wichtigste und oft auch die größte Investition eines Unternehmens."

 

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