Personalfokus Tag der Rückengesundheit, Arbeitgeber bleiben vorsichtig, Hochqualifizierte spüren Digitalisierung, Corporate-Learning-Angebote und ein Joint Venture

Zum Tag der Rückengesundheit gibt es Tipps vom ifaa. Arbeitgeber sind im Februar 2024 bei der Schaltung von Stellenanzeigen zurückhaltend geblieben. Außerdem steigt die Substituierbarkeit von Tätigkeiten durch Automatisierung weiter an. Accenture und EY starten Corporate-Learning-Angebote zu KI und es wurde ein neues Joint Venture im Bereich Executive Interim Management gegründet. Jetzt mehr erfahren!

Personalfokus

Zum Tag der Rückengesundheit: 5 Experten-Tipps vom ifaa

Knapp 162 Millionen Tage fehlten deutsche Beschäftigte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen auf der Arbeit im Jahr 2022. Daran haben unspezifische Rückenschmerzen den höchsten Anteil. Mit knapp 5,8 Millionen Fehltagen durch Rückenschmerzen bei beschäftigten Versicherten allein bei der BKK gehen 1,3 Milliarden Euro Verlust an Arbeitsproduktivität einher. Darauf weist das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft anlässlich des heutigen „Tages der Rückengesundheit“ hin.

„Bewegungsmangel, ungünstige Körperhaltungen und Stress schwächen das Muskel-Skelett-System“, sagt Dr. Stephan Sandrock, Leiter des Fachbereichs Arbeits- und Leistungsfähigkeit am ifaa. „Schon jetzt übernehmen viele Unternehmen Verantwortung. Sie gestalten zum Beispiel die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten ergonomisch günstig, damit ihr Rücken gesund bleibt. Ergänzend unterstützen sie Beschäftigte, selbst etwas für die Gesundheit zu tun. “ Mehr Bewegung, Sport und auch psychologische Gespräche können dazu führen, dass sich Rückenleiden bessert. Wie, erklärt der wissenschaftliche Experte des ifaa.

Beschäftigte sollten vor allem auf einen gesunden Lebensstil achten. Dazu gehört unter anderem:

  • richtig heben und tragen,
  • bei sitzender Tätigkeit auf regelmäßige Belastungswechsel achten,
  • Ausgleichsübungen in den Arbeitsalltag einbringen,
  • sich in Pausen an der frischen Luft bewegen,
  • erlebten Stress durch Entspannungsübungen reduzieren.

„Schon junge Menschen sollten richtig heben und tragen. Für Beschäftigte aller Generationen ist es wichtig, dass sie die Assistenzsysteme wie Hebehilfen nutzen, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellt,“ so Sandrock. „Oft nehmen gerade jüngere Beschäftigte die Belastung nicht so stark wahr. Folgeschäden können sich später bemerkbar machen.“

Zur Förderung gesunder Arbeitsbedingungen durch eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes in der Produktion und im Büro hat das ifaa eine „Checkliste Ergonomie“ erstellt. Die finden Sie hier.

Arbeitgeber bleiben vorsichtig

Die erwartete konjunkturelle Erholung lässt weiterhin auf sich warten. Der Stellenmarkt blieb im Februar ungefähr auf dem Niveau der Vormonate. Deutschlandweit inserierten Arbeitgeber im Februar 2024 rund 1,7 Millionen Stellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich das Stellenangebot saisonbereinigt um 12 Prozent verringert. Das sind zentrale Ergebnisse des index Stellenmarktindikators, der auf ausgeschriebenen Positionen in 137 Printmedien und 42 Online-Jobbörsen basiert.

Industrie und Dienstleitungssektor mit deutlichen Einbußen

Die Entwicklung des Stellenangebots verläuft je nach Branche sehr unterschiedlich. Industrie und Dienstleitungssektor sind besonders stark vom Nachfragerückgang betroffen, im Vergleich zum Februar ist das Stellenangebot hier um 30 beziehungsweise 17 Prozent zurückgegangen. Die Branche „Erziehung und Unterricht“ verzeichnet hingegen ein leichtes Plus von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Anzahl der Jobangebote variiert je nach Berufsgruppe

Ähnlich wie bei der Branchenanalyse lassen sich auch bei den Berufsgruppen unterschiedliche Entwicklungen beobachten: Das Jobangebot für Verkaufsberufe (plus 19 Prozent) verzeichnete im Vergleich zum Vorjahresmonat einen deutlichen Anstieg. Demgegenüber fiel die Nachfrage nach Technischen Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufen (minus 22 Prozent) und Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufen (minus 19 Prozent) im selben Zeitraum deutlich geringer aus.

Die Entwicklung der Jobangebote (Grafik: index Gruppe)
Die Entwicklung der Jobangebote für verschiedene Berufsgruppen im Vergleich. (Grafik: index Gruppe)

Hochqualifizierte bekommen die Digitalisierung verstärkt zu spüren

Der Anteil der Tätigkeiten, die heute schon potenziell von Computern erledigt werden könnten, steigt in Expertenberufen mit 10 Prozentpunkten zwischen 2019 und 2022 besonders stark an und liegt nunmehr bei knapp 36 Prozent. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Expertenberufe verstehen die Forschenden als Berufe, die typischerweise von Hochqualifizierten erledigt werden. Allerdings sei der Anteil automatisierbarer Tätigkeiten in Helfer- und Fachkraftberufen auch in 2022 noch immer am höchsten.

Die Substituierbarkeit von Tätigkeiten steigt

In den Spezialistenberufen sind der Studie zufolge inzwischen durchschnittlich etwa 50 Prozent der zu erledigenden Aufgaben automatisierbar: Das Substituierbarkeitspotenzial sei in diesen Berufen, in denen die Beschäftigten in der Regel einen Meister-, Techniker- oder Bachelorabschluss haben, seit 2019 um 5 Prozent gestiegen. „Insgesamt lässt sich feststellen: Je höher das Anforderungsniveau, desto stärker nehmen Substituierbarkeitspotenziale zu“, fasst Britta Matthes, Leiterin der Forschungsgruppe „Berufe in der Transformation“ am IAB, die Ergebnisse zusammen. „Aber gerade in Berufen, für deren Ausübung typischerweise ein weiterführender oder Hochschulabschluss vorausgesetzt wird, ist der Anteil der substituierbaren Tätigkeiten noch immer geringer als bei anderen Anforderungsniveaus“.

In Fachkraftberufen stieg der Anteil der automatisierbaren Tätigkeiten seit 2019 um 3,5 Prozentpunkte. Mit durchschnittlich 62 Prozent ist das Substituierbarkeitspotenzial hier mittlerweile am höchsten. In den Helferberufen ist es mit rund 57 Prozent in 2022 etwa gleich hoch geblieben.

Keine komplette Substitution durch KI

Insbesondere der inzwischen mögliche Einsatz generativer KI habe, so das IAB, dazu beigetragen, dass zwischen 2019 und 2022 eine Reihe von Tätigkeiten substituierbar geworden sind, die vorher als nicht automatisierbar galten, etwa das Programmieren von Software. „Dennoch können durch den Einsatz von KI-Programmier-Generatoren in keinem Beruf alle typischen Tätigkeiten vollumfänglich automatisch erledigt werden. Wichtiger wird in diesen Berufen jedoch, präzise zu formulieren, was genau erreicht werden soll. Denn der Schlüssel zu guten Ergebnissen sind die Textbefehle, die der KI erteilt werden“, sagt IAB-Forscherin Katharina Grienberger.

Insgesamt sei der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen, in denen mindestens 70 Prozent der Tätigkeiten potenziell substituierbar sind, deutschlandweit durchschnittlich von 34 Prozent in 2019 auf 38 Prozent in 2022 gestiegen. „Ob und gegebenenfalls wann die Möglichkeiten der Automatisierung tatsächlich ausgeschöpft würden, hängt von vielen Faktoren ab“, ergänzt Wiebke Paulus, Mitautorin der Studie. Eher nicht substituiert würden Tätigkeiten, wenn menschliche Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität ist. „Auch rechtliche oder ethische Hürden können die Nutzung beschränken. Ebenso können neue Technologien Arbeitsplätze schaffen“, sagt Paulus weiter.

Hintergrund: Die Studie betrachtet alle zu einem bestimmten Zeitpunkt für einen Beruf relevanten und verfügbaren Technologien. Die Substituierbarkeitspotenziale werden alle drei Jahre seit 2013 bestimmt. Informationen zur Höhe der Substituierbarkeitspotenziale in den jeweiligen Berufen finden Sie im IAB-Job-Futuromat: https://job-futuromat.iab.de/.  

Die Studie ist abrufbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2024/kb2024-05.pdf.

Accenture und EY starten Corporate-Learning-Angebote zu KI

Die Strategie- und Technologieberatung Accenture (NYSE: ACN) hat den Start von Accenture LearnVantage bekanntgegeben. Das Angebot soll Kunden des Beratungshauses Lern- und Trainingsservices für die Qualifikation und Schulung von Mitarbeitenden in den Bereichen Technologie, Daten und KI bieten. Der neue Service soll dabei helfen, schnell Lücken bei relevanten Fähigkeiten zu identifizieren, die durch technologische Fortschritte entstehen, und anschließend branchenspezifische Trainings bereitstellen.

Dies beinhalte personalisierte Lernerfahrungen für eine Vielzahl von technischen und geschäftlichen Anwendern, von spezialisierten KI- und Datenwissenschafts-, Cloud- und Cybersicherheitsschulungen für IT-Fachleute bis hin zu Gen-KI-Schulungen für Vorstands- und Führungskräfte sowie Geschäftsleute. Über einen Zeitraum von drei Jahren will Accenture nach eigenen Angaben 1 Milliarde US-Dollar in Accenture LearnVantage investieren und hat zudem die Übernahme der Online-Lernplattform Udacity vereinbart.

In eine ähnliche Richtung bewegen sich das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY und der Online-Learning-Innovator XU sustainable mit ihrer Zusammenarbeit. Sie entwickeln gemeinsam ein Trainingsangebot für Kompetenzen zu Megatrends wie ESG oder Künstliche Intelligenz (KI). Die „EY Schools“ sollen die Erfahrung von XU sustainable im Bereich des Online-Lernens mit dem branchen- und themenspezifischen Know-how von EY verbinden. Die Online-Trainings soll es als Software-as-a-Service (SaaS) geben.

Insgesamt sind zunächst fünf Schools geplant, die in den kommenden Wochen und Monaten ausgerollt werden. Den Auftakt soll die EY School zum Thema KI machen und die Grundlagen der neuen Technologie erklären sowie Chancen und strategischen Mehrwert im Unternehmenskontext vermitteln. Weitere Schools zum Thema Nachhaltigkeit, der Transformation im Automobilsektor, der Sportindustrie sowie der Versicherungs- und Finanzbranche sollen folgen.

Die EY Schools sollen zunächst in der DACH-Region dann in Frankreich, Spanien und den Benelux-Staaten angeboten werden. Die Inhalte werden an regionale kulturelle, ökologische und rechtliche Besonderheiten angepasst und je nach Bedarf in unterschiedlichen Sprachen erstellt.

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Joint Venture im Bereich Executive Interim Management-Dienstleistungen

Die Executive Search-Beratung 'Dr. Maier + Partner' und der europaweit aufgestellte Anbieter von Executive Interim Management-Lösungen 'Valtus' haben das Joint Venture 'Valtus Germany' gegründet. Ziel ist es den Partnern zufolge, erstklassige Dienstleistungen auf dem deutschen Interim-Management-Markt anzubieten. Beide Unternehmen versprechen sich ein erhebliches Wachstumspotenzial und wollen mit der Partnerschaft das gemeinsame Know-how bündeln beziehungsweise die jeweilige lokale Expertise, Kompetenzen und Netzwerke im Bereich Executive Interim Management erweitern.

Philippe Soullier
Philippe Soullier
Philippe Soullier, derzeitiger Vorsitzender der 'Valtus-Gruppe', sagt: „Dieses Joint Venture ist ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Ausbau von 'Valtus' in der DACH-Region (nach einer früheren Übernahme in Österreich im Jahr 2022). Wir glauben, dass diese Partnerschaft mit einer etablierten Personalberatung und einem vertrauenswürdigen Partner in einem wachsenden Markt ein effektiver Weg ist, um die Gesamtexpansion der 'Valtus Group' zu beschleunigen."

Heinrich Schaible
Heinrich Schaible
Heinrich Schaible, Geschäftsführender Gesellschafter von 'Dr. Maier + Partner', sagt: „Wir freuen uns über die Partnerschaft mit 'Valtus' und sind überzeugt, dass wir viel voneinander lernen können. Unser Ziel ist es, gemeinsam hochwertige Dienstleistungen im Bereich Executive Interim Management anzubieten und dabei den Schwerpunkt auch auf internationale Lösungen zu legen, während wir gleichzeitig unsere umfassenden Kenntnisse der lokalen Märkte teilen." 

 

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